Der Mensch macht`s

Landesweite Mitgliederversammlung der Verbands Landwirtschaftlicher Fachbildung


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Bei der diesjährigen landesweiten Mitgliederversammlung der Verbandes Landwirtschaftlicher Fachbildung (vlf) lag der Fokus auf dem Einzug der Digitalisierung in die landwirtschaftliche Praxis. Dazu informierten sich die vlf-Vertreter/innen in Wetterade über das „OnFarmResearch-Projekt“ der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und Gut Helmstorf. In der anschließen-den Sitzung wurde nach den Wahlen das bundesweite vlf Positionspapier zur Überbetrieblichen Ausbildung vorgestellt.

Keine Sensationen - viele Ergebnisse

Im fachlichen Teil der Tagung erfuhren die vlf-Vertreter/innen alles über das „OnFarmResearch-Projekt“, das die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit Gut Helm-storf durchführt und das dieses Jahr nach gut 10 Jahren Versuchsarbeit zu Ende geht. Auf dem Betriebsteil in Wetterrade stellten die Hauptakteure ihre Ergebnisse vor und berichteten von den gesammelten Erfahrungen. In ihrem Vortrag erläuterte Imke Bochardt von der Landwirtschafts-kammer das Projekt und gab eine Bewertung aus ackerbaulicher, pflanzlicher und monetärer Sicht ab. Christoph Lubkowitz, ebenfalls von der Landwirtschaftskammer, ging insbesondere auf die technische Umsetzung der teilflächenspezifischen Düngung ein und berichtete über Probleme und Lösungen. Carsten Kock, Betriebsleiter von Gut Helmstorf, ergänzte in seinem Bericht, was aus seiner Erfahrung heraus im Praxisbetrieb sinnvoll und machbar ist. Bei einer Feldrundfahrt wurden die unterschiedlichen Schläge betrachtet und besprochen. Trotz zahlreicher Herausforderungen und ausbleibender Sensationen bieten die Ergebnisse von Gut Helmstorf ein gute Grundlage, auf der weiter gearbeitet werden kann. Die Erkenntnisse können Landwirten dabei helfen, zukunftsträchtige Entscheidungen bei betrieblichen Investitionen besser einzuschätzen. Hauke Seydler, Vorsitzender des vlf Plön/Beratungsring Lütjenburg beschreibt es so: „Das Projekt macht deutlich, dass digitale Technik zwar Hilfestellungen geben, aber nicht die Erfahrungen eines Betriebsleiters ersetzen kann. Nach wie vor ist und bleibt es wichtig, in die Kompetenzen von Menschen zu investieren.“

Was gibt‘s Neues im vlf?

In der anschließenden Mitgliederversammlung in Lütjenburg informierte Carsten Piehl, Vorsitzender des vlf-Landesverbands, über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. Der vlf kann landesweit auf 215 Veranstaltungen zurückblicken, die von 8740 Teilnehmer/innen besucht wurden. Gut nachgefragt waren insbesondere die Feldbegehungen sowie die fachlichen Vortragsveranstaltungen. Besonders hob der Vorsitzende die landesweiten Aktivitäten im Bereich „neue Medien“ hervor. Immer mehr Ortsvereine verwenden beispielsweise facebook zur Verbreitung ihrer Veranstaltungstermine und nutzen das Angebot des Landesverbands, sich darüber auszutauschen und weiter zu entwickeln. „Doch auch im analogen Bereich bieten wir als Landesverband unseren Ortsvereinen die Möglichkeit, sich Anregungen zu holen“ berichtete Carsten Piehl. „Wir halten hilfreiche Materialien für die Vereinsarbeit parat und stricken für November an einem landesweiten Seminarangebot, in dem die Vorstandsmitglieder der Vereine an ihren Moderationsfertigkeiten arbeiten können“. Bei dem Tagesordnungspunkt Wahlen wurde Elisabeth Peters aus Sommerland als 2. Stellvertreterin des Vorsitzenden wiedergewählt. Martina Johannes von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurde erneut als Landesgeschäftsführerin bestätigt. Beide hoben sie gute Zusammenarbeit im Landesvorstand und mit den Ortvereinen hervor. In ihrem Bericht stellte die Landesgeschäftsführerin das bundesweite vlf-Positionspapier zur Überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) vor, das Ende April in Kassel beschlossen wurde. Die Herausforderungen, die auf die Fachkräfte in der Landwirtschaft zu kommen, werden zukünftig im-mer schwerer von den Ausbildungsbetrieben allein zu stemmen sein. In 10 Thesen beschreibt das vlf-Positionspapier die einzelnen Herausforderungen und wie durch Überbetriebliche Ausbildung Schlüsselqualifikationen vermittelt werden können.


 
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